Unsichtbare Gefahren beherrschen
Brandrauch, Ruß und Verbrennungsrückstände können gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Die Belastung endet nicht mit dem Löschen des Brandes. Kontaminierte Einsatzkleidung, Geräte, Schläuche, Fahrzeuge und persönliche Gegenstände können Schadstoffe in Feuerwache, Werkstätten, Aufenthaltsräume oder Privatbereiche verschleppen. Einsatzstellenhygiene muss deshalb als vollständiger Prozess geplant werden. Er beginnt vor dem Einsatz mit geeigneter Ausrüstung, umfasst das Verhalten während der Gefahrenabwehr und endet erst nach Reinigung, Wiederherstellung und dokumentierter Freigabe der eingesetzten Mittel.
Kontamination im Feuerwehreinsatz gezielt begrenzen
Zonen an der Einsatzstelle
Bereits an der Einsatzstelle sind belastete und saubere Bereiche voneinander zu trennen. In einem Schwarzbereich werden kontaminierte Kräfte und Geräte übernommen. Ein Übergangsbereich dient der Grobreinigung, dem Ablegen der Schutzausrüstung und der Verpackung belasteter Materialien. Der Weißbereich bleibt für saubere Kleidung, Versorgung und Erholung reserviert. Laufwege sind so zu organisieren, dass Einsatzkräfte nicht mit verschmutzter Ausrüstung durch Aufenthalts- oder Versorgungsbereiche gehen. Essen, Trinken und Rauchen sind in potenziell kontaminierten Bereichen auszuschließen.
Logistik und bauliche Voraussetzungen
Die Feuerwache benötigt getrennte Aufbewahrung für saubere und kontaminierte Ausrüstung, geeignete Wasch- und Duschmöglichkeiten sowie einen geregelten Transport zur Reinigung. Kontaminierte Schutzkleidung darf nicht offen in Mannschaftsräumen oder privaten Fahrzeugen befördert werden. Für größere oder länger andauernde Einsätze sind Wechselkleidung, Sammelbehälter, Waschmöglichkeiten und gegebenenfalls externe Reinigungsleistungen vorzuhalten. Auch die Fahrzeugkabine ist in das Hygienekonzept einzubeziehen. Die beste persönliche Disziplin kann bauliche oder logistische Fehlplanungen nur begrenzt ausgleichen.
Reinigung und Wiederherstellung
Geräte und persönliche Schutzausrüstung werden nach Einsatzart, Kontaminationsgrad und Herstellervorgaben gereinigt, geprüft oder ausgesondert. Atemschutztechnik, Masken, Funkgeräte, Wärmebildkameras und Messgeräte benötigen definierte Übergabe- und Aufbereitungsprozesse. Nicht jedes Material kann mit denselben Reinigungsmitteln behandelt werden. Zuständigkeiten zwischen Gerätewartung, Atemschutzwerkstatt, Textilreinigung und externen Dienstleistern müssen eindeutig sein. Die Betriebsfeuerwehr stellt erst nach Reinigung, Prüfung und vollständiger Ergänzung der Bestände die erneute Einsatzbereitschaft fest.
Dokumentation und Prävention
Relevante Kontaminationen, betroffene Personen, verwendete Schutzmaßnahmen und besondere Expositionen sind nachvollziehbar zu dokumentieren. Daraus können arbeitsmedizinische Beratung, angepasste Unterweisungen oder technische Verbesserungen abgeleitet werden. Nach Übungen und Einsätzen wird geprüft, ob die Trennung der Bereiche funktioniert hat, ausreichend Wechselausrüstung vorhanden war und Reinigungskapazitäten genügten. Einsatzstellenhygiene ist damit kein individuelles Komfortthema, sondern Bestandteil der Betreiberverantwortung, Personalgesundheit und langfristigen Einsatzfähigkeit der Betriebsfeuerwehr.
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| Schwarzbereich | Aufnahme belasteter Kräfte | Behälter, Kennzeichnung, PSA | Vermischung mit sauberem Bereich |
| Übergangsbereich | Grobreinigung und Entkleidung | Wasser, Tücher, Wechselkleidung | Kontaminierte Kleidung weitertragen |
| Weißbereich | Versorgung und Erholung | Saubere Sitz- und Essbereiche | Betreten mit Einsatzkleidung |
| Fahrzeug | Rücktransport | Getrennte Transportbehälter | Belastete PSA in Mannschaftskabine |
| Feuerwache | Reinigung und Wiederherstellung | Schwarz-Weiß-Trennung | Offene Lagerung kontaminierter Mittel |
Fachliche Grundlage: Die DGUV Information 205-035 stellt Maßnahmen zur Vermeidung unmittelbarer Exposition und zur Begrenzung der Verschleppung von Brandrauch und Verbrennungsrückständen bereit. DGUV-Forschung bestätigt die Bedeutung korrekt getragener Schutzausrüstung und geeigneter Hygienemaßnahmen.